Melomakarona: griechische Honigkekse mit Olivenöl

Melomakarona - griechische Honigkekse mit Walnuessen

Melomakarona sind das andere griechische Weihnachtsgebäck — neben den puderzuckrigen Kourabiedes. Oval, tief goldbraun, mit Honig getränkt und mit Walnüssen bestreut. Und: Sie werden mit Olivenöl gebacken, nicht mit Butter. Genau das macht sie saftig, würzig und wochenlang haltbar.

In Griechenland backt man sie ab Ende November in Blechen für die ganze Familie, weil sie mit jedem Tag besser werden. Nach zwei Tagen in der Dose sind sie weich, am vierten Tag sind sie perfekt.

Etwa 45 Stück. Arbeitszeit 40 Minuten, Backzeit 25 Minuten, dann mindestens 6 Stunden Ruhe.

Zutaten

Menge Zutat
500 g Weizenmehl Type 550
100 g Feiner Hartweizengrieß
200 ml Natives Olivenöl extra (fruchtig)
120 g Zucker
150 ml Orangensaft, frisch gepresst (etwa 2 Orangen)
1 Bio-Orange, nur die abgeriebene Schale
1 TL Gemahlener Zimt
¼ TL Gemahlene Gewürznelke
1 TL Natron
2 EL Weinbrand oder Cognac (optional)
60 ml Wasser

Für den Sirup: 300 g Honig · 200 g Zucker · 250 ml Wasser · 1 Zimtstange · Schale einer Orange · 1 EL Zitronensaft

Zum Bestreuen: 150 g Walnüsse, grob gehackt · etwas Zimt

Zubereitung

1. Ofen und Bleche vorbereiten

Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Bleche bleiben später auf mittlerer Schiene — Melomakarona brauchen keine starke Oberhitze.

2. Trockene Zutaten mischen

Mehl, Grieß, Zimt und Nelke in einer großen Schüssel verrühren. Nicht sieben, nur mit dem Schneebesen durchziehen — der Grieß soll Struktur geben.

3. Das Öl mit dem Zucker verrühren

Olivenöl und Zucker in einer zweiten Schüssel 2–3 Minuten verrühren, bis die Masse heller und cremig wirkt. Orangenschale, Weinbrand und das Wasser dazugeben. Das Natron im Orangensaft auflösen (es schäumt kurz auf) und ebenfalls einrühren.

4. Teig zusammenfügen — kurz, nicht lange

Die flüssige Mischung zum Mehl geben und mit der Hand oder einem Kochlöffel zusammenfügen, bis ein weicher, ölig glänzender Teig entsteht. Nur so lange kneten, bis nichts mehr krümelt — zwei Minuten reichen. Länger geknetet wird der Teig zäh und die Kekse werden hart.

5. Formen und einstechen

Walnussgroße Stücke abnehmen, zu Ovalen von etwa 6 × 4 cm formen und 2 cm dick flach drücken. Auf das Blech setzen, mit einer Gabel zwei- bis dreimal senkrecht einstechen. Diese Löcher sind kein Dekor: Sie lassen später den Sirup in den Keks.

6. Backen

20–25 Minuten bei 180 °C, bis die Kekse gleichmäßig tief goldbraun sind. Nach der Hälfte der Zeit tauschen, wenn zwei Bleche im Ofen sind. Lieber eine Minute zu früh als zu spät — überbackene Melomakarona nehmen keinen Sirup mehr auf und bleiben hart.

7. Sirup kochen, solange die Kekse im Ofen sind

Honig, Zucker, Wasser, Zimtstange und Orangenschale aufkochen und 4 Minuten leise köcheln lassen. Zitronensaft zugeben, Zimtstange und Schale herausfischen. Der Sirup bleibt heiß — er muss die Kekse direkt aus dem Ofen treffen.

8. Heiß in heiß tauchen

Die noch heißen Kekse mit einem Schaumlöffel in den Sirup legen, 30–60 Sekunden pro Seite ziehen lassen, herausheben und auf ein Gitter setzen. Sofort mit den gehackten Walnüssen und etwas Zimt bestreuen, solange die Oberfläche feucht ist.

9. Ruhen lassen — das ist der halbe Geschmack

Mindestens 6 Stunden, besser über Nacht, in einer geschlossenen Dose bei Zimmertemperatur. In dieser Zeit zieht der Sirup bis in die Mitte, die Kekse werden weich und dunkler. Am zweiten Tag schmecken sie deutlich besser als am ersten.

Warum das Olivenöl hier den Unterschied macht

Melomakarona sind das einzige Weihnachtsgebäck, in dem Olivenöl die einzige Fettquelle ist. Es gibt nichts, was einen schwachen Geschmack überdecken könnte. Ein fruchtiges Öl aus früher Ernte trägt Orange, Zimt und Honig — es macht die Kekse würzig statt nur süß. Ein neutrales oder altes Öl macht sie flach, und man schmeckt es nach zwei Tagen deutlich.

Wir nehmen dafür unser Koroneiki aus der 500-ml-Flasche — genug für ein Blech, und die grüne Bitternote hält die Süße in Balance. Für die doppelte Menge backt man mit dem Litergebinde günstiger.

Tipps & Varianten

  • Kein Honig zur Hand? Dann nur Zucker — die Kekse werden süßer und verlieren das Blütenaroma. Es lohnt sich, echten Honig zu nehmen.
  • Mit Walnuss im Teig: 50 g gehackte Walnüsse unter den Teig heben, dann weniger zum Bestreuen.
  • Ohne Alkohol: Den Weinbrand einfach weglassen und 2 EL mehr Orangensaft nehmen.
  • Sirup mit Thymianhonig gibt eine harzige Note, die überraschend gut zu Koroneiki passt.
  • Nicht zu dick formen. Über 2 cm kommt der Sirup nicht in die Mitte.

Aufbewahrung

In einer Blechdose bei Zimmertemperatur 3–4 Wochen. Nicht in den Kühlschrank — dort wird der Honig fest und die Kekse trocknen aus. Einlegen in Schichten mit Backpapier dazwischen verhindert Zusammenkleben. Einfrieren geht, sowohl vor als auch nach dem Sirupen, für etwa 3 Monate.

Häufige Fragen

Warum sind meine Melomakarona hart geworden?

Zwei Ursachen: zu lange gebacken, oder der Sirup war nicht heiß genug. Der Keks muss heiß in heißen Sirup — wird er zwischendurch kalt, schließt sich die Oberfläche und nimmt kaum Flüssigkeit auf.

Wie lange halten Melomakarona?

Drei bis vier Wochen in einer geschlossenen Dose. Sie werden in den ersten Tagen weicher; danach bleibt der Zustand stabil.

Kann man Melomakarona ohne Honig machen?

Ja, dann nur mit Zucker und etwas mehr Wasser. Sie schmecken dann süßer und weniger blumig — der Honig ist geschmacklich kein Detail.

Welches Olivenöl für Melomakarona?

Ein fruchtiges, kaltgepresstes natives Olivenöl extra mit mittlerer Intensität. Sehr bittere Öle drängen den Honig zurück, milde Öle verschwinden ganz.

Schmecken sie am Backtag schon?

Sie sind essbar, aber sie schmecken am Backtag trocken. Erst nach ein bis zwei Tagen in der Dose sind sie innen weich und außen klebrig — so, wie sie sein sollen.

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