Bouyiourdi ist das Gericht, das auf jedem griechischen Tisch steht, bevor irgendetwas anderes kommt: ein Stück Feta in einer kleinen Tonform, drumherum Tomaten, Paprika und Chili, darüber Olivenöl — und das Ganze kommt aus dem Ofen, wenn die Tomaten aufgeplatzt sind und das Öl mit ihrem Saft eine Sauce gebildet hat.
Der Name ist ein Zungenbrecher und wird überall anders geschrieben. In Griechenland heißt es mpougourdi oder bougiourdi, auf deutschen Speisekarten findet man es auch als Boujourdi oder Bugurdi. Gemeint ist immer dasselbe: geschmolzener Feta mit gebackenem Gemüse.
Als Vorspeise für 2–3 Personen. 10 Minuten Arbeit, 20 Minuten Ofen — und man braucht nichts, was nicht ohnehin in der Küche steht.
Zutaten
| Menge | Zutat |
|---|---|
| 400 g | Feta, am Stück (2 Blöcke à 200 g) |
| 250 g | Kirschtomaten, halbiert |
| 1 | rote Paprika, in schmalen Streifen |
| 1 | kleine Chili, in Ringen — oder ½ TL Chiliflocken |
| 4–5 EL | Natives Olivenöl extra, kräftig |
| 1 TL | getrockneter Oregano |
| 1 | Knoblauchzehe, fein gehobelt (optional) |
| — | Schwarzer Pfeffer. Kein Salz. |
Wichtig: Feta ist bereits salzig. Wer nachsalzt, hat das Gericht ruiniert, bevor es im Ofen war. Gepfeffert wird vor dem Backen, gesalzen nie.
Zubereitung
1. Ofen vorheizen
Ober-/Unterhitze auf 200 °C. Wer eine Tonform benutzt — und das sollte man —, stellt sie leer mit in den Ofen. Kalte Keramik im heißen Ofen springt, und eine vorgeheizte Form hält die Hitze gleichmäßiger.
2. Feta trocken tupfen
Die Blöcke kurz auf Küchenpapier abtupfen und in die Form legen — nicht zerteilt, sondern am Stück. Am Stück bleibt der Kern cremig, während die Ränder goldbraun werden. Zerschnitten trocknet er aus.
3. Gemüse drumherum legen
Die halbierten Tomaten mit der Schnittfläche nach oben um den Feta legen, die Paprikastreifen dazwischen schieben, die Chiligringe locker darüber verteilen. Alles soll den Feta umschließen, nicht bedecken — er soll bräunen können.
4. Öl und Oregano
Die 4–5 EL Olivenöl gleichmäßig über Käse und Gemüse gießen und mit Oregano und Pfeffer bestreuen. Das Öl läuft nach unten, vermischt sich dort mit dem Tomatensaft und wird beim Backen zur Sauce. Deshalb ist das Öl hier keine Zutat am Rand, sondern der Hauptdarsteller.
5. Backen — 20 Minuten
In die Mitte des Ofens, 18–22 Minuten. Fertig ist es, wenn die Tomaten aufgeplatzt und leicht gebräunt sind, der Feta weich ist und an den Rändern goldene Flecken hat. Wer mehr Röstung will, schaltet die letzten 3 Minuten die Grillfunktion dazu — aber dann bleibt man davor stehen, Feta verbrennt schnell.
6. Fünf Minuten ruhen lassen
Aus dem Ofen nehmen und stehen lassen. In den fünf Minuten zieht das Öl in den Käse und die Sauce bindet. Zu früh serviert, schwimmt alles in Öl; fünf Minuten später ist es sämig.
Mit Brot servieren. Nicht als Beilage, sondern als Werkzeug: das Brot ist der Löffel.
Warum das Olivenöl hier den Unterschied macht
Bei Bouyiourdi gibt es keine Sauce im Topf. Die Sauce entsteht im Ofen — aus Olivenöl, Tomatensaft und dem Fett, das aus dem Feta austritt. Drei Flüssigkeiten, die sich verbinden müssen, und das gelingt nur mit einem Öl, das Hitze verträgt und Geschmack mitbringt.
Ein kräftiges Koroneiki mit etwas Schärfe im Abgang schneidet durch den salzigen Käse. Ein mildes Öl verschwindet, und übrig bleibt ein Gericht, das nur nach salzigem Käse schmeckt. Wir nehmen dafür das Koroneiki aus der 500-ml-Flasche — 4 EL davon sind hier kein Detail, sondern die halbe Mahlzeit. Für größere Formen oder mehrere Portionen lohnt sich die 1-Liter-Flasche.
Tipps & Varianten
- Die Form: Kleine Ton- oder Steingutform, 15–18 cm. Glas geht auch, braucht aber 2–3 Minuten länger. Ein Blech ist die falsche Wahl — das Öl läuft auseinander und verbrennt.
- Mit Sardellen: 4–5 Filets zwischen Feta und Tomaten schieben. Salzig-salzig, aber in Griechenland eine übliche Variante.
- Mit Zucchini: 1 kleine Zucchini in dünnen Scheiben unter das Gemüse mischen. Sie gibt zusätzlich Wasser ab — dann 1 EL Öl mehr.
- Mit Honig: Nach dem Backen dünn Honig darüber. Modern, süß-salzig, und auf Kreta durchaus üblich.
- Nicht abdecken. Mit Folie wird der Feta nicht braun, sondern dämpft — und dann ist es ein anderes Gericht.
- Brot nicht vergessen. Ohne Brot bleibt die Sauce in der Form.
Aufbewahrung
Abgekühlt und abgedeckt hält es sich 2 Tage im Kühlschrank. Aufgewärmt wird im Ofen bei 180 °C für 8–10 Minuten — nicht in der Mikrowelle, dort wird der Feta gummiartig. Kalt gegessen ist der Rest übrigens ein hervorragender Brotaufstrich, was viele nicht wissen.
Häufige Fragen
Was ist Bouyiourdi genau?
Ein griechisches Meze aus Feta, der mit Tomaten, Paprika und Chili in Olivenöl im Ofen gebacken wird. Es kommt in der Form auf den Tisch, aus der es gebacken wurde, und wird mit Brot gegessen.
Kann man Bouyiourdi mit anderem Käse machen?
Ja, mit festem Hirtenkäse oder Graviera. Nicht mit Mozzarella — der schmilzt zu einer Fläche ohne Eigengeschmack. Entscheidend ist ein salziger, fetthaltiger Käse, der seine Form hält.
Wie viel Olivenöl gehört hinein?
4–5 EL für 400 g Feta. Klingt viel, ist aber die Sauce: das Öl verbindet sich im Ofen mit dem Tomatensaft. Weniger Öl bedeutet trockenes Bouyiourdi, nicht leichteres.
Kann man Bouyiourdi vorbereiten?
Ja. Alles bis zu 4 Stunden vorher in die Form schichten, kühl stellen und erst kurz vor dem Essen backen. Nicht über Nacht vorbereiten — dann ziehen die Tomaten Wasser und das Gericht wird wässrig.
Ist Bouyiourdi scharf?
Nur so scharf, wie man es macht. Eine kleine Chili ist mild; wer mehr will, nimmt Chiliflocken oder zwei Chilis. Ohne Chili ist es ein Familienessen.
Warum wird mein Feta nicht weich?
Meistens ist der Ofen zu kalt oder die Zeit zu kurz. Feta braucht 200 °C, damit er im Kern cremig wird. Ein sehr magerer Feta bleibt auch bei richtiger Temperatur fest — dann lag es am Käse, nicht am Rezept.
