Ein Zitronenkuchen, der eine Woche saftig bleibt — das ist in Griechenland kein Trick, sondern eine Folge der Zutat, die die Butter ersetzt. Olivenöl macht den Teig schwerer, dichter und feuchter als Butter, und er trocknet nicht aus, weil das Öl bei Raumtemperatur flüssig bleibt. Genau deshalb ist kek me elaiolado dort ein Alltagskuchen und kein Sonntagsprojekt.
Dieses Rezept ist die einfache Variante: eine Rührteigbasis, Zitronenabrieb im Teig, Zitronensirup über den noch warmen Kuchen. Kein Fondant, keine Schichten, kein Kühlschrank nötig. Wer ihn einmal gebacken hat, backt ihn wieder — er kostet weniger als eine Stunde Arbeit und hält länger als jeder Butterkuchen.
Für eine Springform von 24–26 cm, etwa 12 Stück. 20 Minuten Arbeit, 45 Minuten Backzeit.
Zutaten
| Menge | Zutat |
|---|---|
| 3 | Eier (Zimmertemperatur) |
| 180 g | Zucker |
| 200 ml | Natives Olivenöl extra, mild bis fruchtig |
| 150 g | Griechischer Joghurt (10 % Fett) |
| 2 | Bio-Zitronen (Abrieb und Saft) |
| 250 g | Mehl (Type 405 oder Dinkelmehl 630) |
| 2 TL | Backpulver |
| 1 Prise | Salz |
| 1 EL | Griechischer Hartweizengrieß (optional, für etwas Biss) |
| Für den Sirup | |
| 80 ml | Zitronensaft (etwa 2 Zitronen) |
| 60 g | Zucker |
| — | Puderzucker zum Bestäuben |
Zubereitung
1. Ofen und Form vorbereiten
Den Ofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Springform mit einem Backpapierboden auslegen und den Rand dünn mit Olivenöl ausstreichen — nicht mit Butter, sonst löst sich der Kuchen zwar, riecht aber nach dem falschen Fett.
2. Eier und Zucker aufschlagen
Eier und Zucker 4–5 Minuten hell und schaumig schlagen, bis die Masse deutlich an Volumen gewonnen hat. Das ist der einzige Schritt, bei dem man wirklich stehen bleiben muss: Er entscheidet darüber, ob der Kuchen später luftig oder kompakt wird.
3. Öl langsam einarbeiten
Das Olivenöl in einem dünnen Strahl einlaufen lassen, während der Mixer weiterläuft. Wird das Öl auf einmal zugegeben, kann die Emulsion brechen und der Teig wird speckig. Danach den Joghurt und den Abrieb beider Zitronen unterrühren.
4. Mehl unterheben
Mehl, Backpulver, Salz und — wenn vorhanden — den Grieß mischen und mit einem Teigschaber in zwei Portionen unterheben. Nur so lange rühren, bis kein Mehl mehr sichtbar ist. Jede weitere Bewegung macht den Kuchen zäh.
5. Backen
Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und 45–50 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn ein Holzstäbchen in der Mitte trocken herauskommt. Nach 35 Minuten mit Alufolie abdecken, falls die Oberfläche zu dunkel wird — Olivenölteig bräunt schneller als Butterteig.
6. Sirup über den warmen Kuchen
Zitronensaft und Zucker kurz erwärmen, bis sich der Zucker gelöst hat, aber nicht kochen. Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann mit einem Zahnstocher etwa 20 Mal einstechen und den Sirup löffelweise über die Oberfläche geben. Er zieht in den warmen Teig ein und bleibt dort.
7. Vollständig auskühlen lassen
Erst aus der Form lösen, wenn der Kuchen ganz kalt ist — warmer Olivenölkuchen bricht leichter als warmer Butterkuchen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und, wenn vorhanden, mit ein paar hauchdünnen Zitronenscheiben belegen.
Warum das Olivenöl hier den Unterschied macht
Butter gibt Geschmack, aber sie wird beim Abkühlen fest: Der Kuchen wird nach ein bis zwei Tagen trocken und krümelig. Olivenöl bleibt flüssig und bindet die Feuchtigkeit im Teig — deshalb ist dieser Kuchen am dritten Tag noch saftig, manche sagen: besser als am ersten.
Geschmacklich zählt die Sorte mehr als beim Braten. Ein sehr bitteres, scharfes Öl aus früher Ernte drängt sich in einem süßen Teig unangenehm vor. Für Kuchen empfehlen wir ein mildes bis mittelfruchtiges Öl — unser Koroneiki aus der 500-ml-Flasche hat genug Frucht für den Zitronenton, ohne den Zucker zu überdecken. Wer viel backt, nimmt die 1-Liter-Flasche.
Tipps & Varianten
- In der Gugelhupfform (so wie auf dem Foto): Form sehr gut ausfetten und mit Mehl ausstreuen, Backzeit 50–55 Minuten. Der Kuchen nimmt dann etwas mehr Sirup auf.
- Mit Orangenöl: Die Hälfte des Zitronenabriebs durch Orangenabrieb ersetzen — die Winterversion, im Geschmack runder.
- Ohne Sirup: Wer es weniger süß mag, lässt den Sirup weg und bestäubt nur mit Puderzucker. Der Kuchen bleibt trotzdem saftig.
- Mit Mandeln: 50 g des Mehls durch gemahlene Mandeln ersetzen; der Kuchen wird etwas schwerer und hält noch länger.
- In der Kastenform: 30 × 11 cm, Backzeit 50–55 Minuten. Für den Alltag praktischer als die Springform.
- Zucker reduzieren: Bis auf 140 g im Teig möglich, dann aber den Sirup nicht weglassen — die Süße von oben fehlt sonst.
Aufbewahrung
In einer Blechdose bei Raumtemperatur 5–6 Tage. Nicht in den Kühlschrank: Dort wird er durch die Kälte fest und verliert seine Textur. Einfrieren funktioniert in Scheiben, gut verpackt, für 3 Monate — vor dem Servieren bei Raumtemperatur auftauen, nicht in der Mikrowelle.
Häufige Fragen
Schmeckt der Kuchen nach Olivenöl?
Bei einem milden bis mittelfruchtigen Öl nein — man schmeckt eine leichte Fruchtigkeit, aber nichts, was man als „Olivenöl“ identifizieren würde. Bei einem sehr bitteren Öl aus früher Ernte ja, und dann stört es.
Kann ich Butter statt Olivenöl nehmen?
Technisch ja, aber dann ist es ein anderer Kuchen: Er wird trockener, hält kürzer und braucht 20 g mehr, weil Butter zu 15–20 % aus Wasser besteht.
Warum wird mein Kuchen in der Mitte feucht?
Meistens zu kurz gebacken oder die Form war zu klein. Bei 24 cm Durchmesser sind 45 Minuten realistisch, bei 20 cm eher 55. Immer mit der Stäbchenprobe prüfen, nicht mit der Uhr.
Welches Olivenöl für Kuchen?
Mild bis mittelfruchtig, kaltgepresst, ohne ausgeprägte Bitternis. Ein Öl, das man auch pur auf Brot mag, funktioniert im Teig.
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